Am 11. August 2010 habe ich Deutschland verlassen um 10 Tage in einem Meditations- Retreat auf der Insel Ko Phangan zu besuchen und anschließend ein fünf monatiges Praktikum bei einem Produktdesigner in Tokio zu absolvieren.
Auf den folgenden Seiten könnt Ihr nun verfolgen was man auf einer Reise durch Asien und die Millionen- Metropole Tokio so erlebt.
Viel Spaß
Eure Lena

Mittwoch, 15. September 2010

Ein Tag am Meer

Nach dem wir alle den Samstag zum ausruhen nutzten, machten wir uns am Sonntag, den 12.09., auch schon wieder auf Japan ein bisschen me(e)hr zu erkunden.
Also auf nach Kamakura

Kamakura liegt ca. 50 km südwestlich von Tokio entfernt an der Sagami- Bucht und ist unteranderem Wegen ihren zahlreichen Tempeln und Schreinen, in denen hauptsächlich der Zen- Buddhismus praktiziert wird, aber auch wegen ihrer Lage am Meer, ein beliebtes Reiseziel.
Ihre Blütezeit hatte die Stadt 1192- 1333, als sie vorübergehend Japans Hauptstadt war.

Wir starteten unsere Reise mit etwas Verspätung gegen 10:30 Uhr in Shibuya (ein Stadtteil von Tokyo) und fuhren über Yokohama nach Kita- Kamakura, zu unserem ersten Ziel: der Engaku- Ji Tempel.


Er zählt zu den fünf wichtigsten Rinzai- Zen- Tempeln Kamakuras.
Er wurde 1282, unter Hojo Tokimune erbaut und war ursprünglich für den chinesischen Chan- Mönch Lanxi Daolong geplant. Dieser verstarb jedoch vor der Fertigstellung und so wurde der Tempel den Opfern der Mongoleninvasion in Japan (1274 und 1281) gewidmet.






Nach dem ersten Happen Kultur brauchte unser Magen auch mal einen Happen und wir ließen uns in einem kleinen süßen Restaurant zur Stärkung nieder.

v.l.n.r. Laura, Anina, Nhung, Lena
Nach dem Essen machten wir einen weiteren Stopp im Kencho- Ji Tempel, Kamakura`s erster und prächtigster Zen- Tempel.
Er wurde 1253, während Kamakura`s Blütezeit als Hauptstadt, erbaut.


Eingangstor einer Tempelanlage
 
Der ideale Ort für Malunterricht im Freien


Und bevor es dann endgültig Richtung Meer ging musste natürlich noch eine Besichtigung von der großen Buddhastatue drin sein.
Sie wurde 1252aus Bronze  erbaut, ist 11,4m hoch und wiegt ca. 850 Tonnen.


Für 20Yen (das sind etwa 20 Cent) kann man auch mal einen Blick in Buddhas Bauch werfen.

Zwischendurch stießen wir immerwieder auf kleine Paraden mit Musik, Gesang und hübsch geschmückten Wagen


Da unser Kulturpensum nun für heute erledigt war stiegen wir endlich in die altmodische Bahn der Enoden- Linie und fuhren nach Enoshima, einer Halbinsel bei Kamakura.
Und da war es endlich: das Meer.

Zwar nicht so schön wie in der Karibik und bis wir dazu kamen unsere Füße darin zu baden war es auch schon längst dunkel, aber dafür mit Festival und wenigstens waren wir mal in Japan am Strand.

kleines Festival am Strand




Reisen macht ja sooo müde


Montag, 13. September 2010

Tokyoter Nachtleben


Da ich ja zum Glück nicht die einzige „Ausländerin“ und Deutsche in Tokyo bin, und dank Plattformen wie Studi VZ und Facebook, bleibt man auch in solch einer Millionen- Metropole wie Tokyo nicht allzu lange alleine.

v.l.n.r. Anina, Marius, Laura in der 299Yen- Bar

Für den ersten kleinen Einblick in das Afterwork- Leben nahmen mich Laura, Anina und Marius, drei deutsche Praktikanten im hiesigen Sitz des Goethe- Instituts, mit in eine 300 Yen Bar.
Hier kosten alles Getränke und Speisen 300 Yen, was nicht nur  für Tokyoter Verhältnisse echt ein Schnäppchen ist. Wo bekommt man schon in Deutschland einen 0,4l Wodka- O für 3,- €???



Bestellung per Touchpad... tolles Spielzeug
 
Um das Ganze dann nicht nur bei einem Feierabend- Bierchen zu belassen, sondern als Start in das richtige Nachtleben zu nutzen fing unser Freitagabend in erweiterter Runde wieder in dieser Bar an.
Diesmal begleitete uns noch eine Laura.
Und dieser Zufall war echt perfekt:
Laura, fertige Innenarchitekturstudentin aus Darmstadt!!! Sie macht hier ein Praktikum nach Ihrem Studium in einem Architekturbüro.

v.l.n.r. Laura, Laura, Marius
 
Nach dem wir unseren Flüssigkeitshaushalt und Magen aufgefüllt hatten zogen wir in einen Club namens Muse.
Um es kurz zu machen: er ist, glaube ich, die schlechteste Pinte die Tokyo zu bieten hat, aber Frauen zahlen keinen Eintritt, was im Gegensatz zu den anderen Clubs (Eintrittspreise über 30,-€ ohne ein Getränk oder sonst was, für die man dann auch noch mal über 10,-€ zahlen darf) doch so ziemlich alles wieder wett macht. Vor allem wenn es einem darum geht mit ein paar netten Mädels eine lustige Nacht zu verbringen und alles andere zweitrangig ist.

Muse

 Motiviert von unserem eigentlichem Ziel: dem Fischmarkt, tanzten wir die Nacht durch, oder versuchten es zumindest (am Ende glich es eher einem Pogo- Festival so voll war es).

Noch im Club

Nach dem Club... man sieht erste Ermüdungserscheinungen

Die Tokyoter verbringen dann einfach den Rest der nacht schlafend auf der Straße

Um 5:00 Uhr nahmen wir dann die erste Bahn Richtung Hafen.
Eigentlich hatten wir uns, ganz Touristen- like, vorgenommen natürlich auch fangfrischen Fisch zu probieren.
Doch mein Magen streikte nach einer Nacht ohne gescheite Grundlage und bei all diesen Anblicken um 6:00 Uhr morgens. Zudem waren die Warteschlangen an den „Restaurants“ so enorm lang, dass es uns dann doch langsam zu unseren Betten zog und wir den Heimweg wieder antraten.



Warten auf frisches Sushi

Samstag, 11. September 2010

Skurriles in Tokyo

So stellt sich wohl ein jeder die Supermetropole Tokyo vor.

Lebensgroße Mangapuppen…
 


…die man dann auch noch lebendig auf der Straße trifft



Und noch so etwas Typisches für Tokyo:
An jeder Ecke findet man zahlreiche Automaten, ob für Getränke, Snacks, Zigaretten, aber auch für warme Gericht, bis hin zu getragenen Slips. Hier findet man alles



Wo wir gerade bei Technik sind:
Auch die Toiletten sind so wie man es sich immer vorgestellt hat: koplizierter als Einsteins Relativitätstheorie!




Montag, 6. September 2010

Der 01. September 2010

So soll`s also die nächsten fünf Monate werden…

Heute war also der Tag an dem ich meinen Wohn- und Arbeitsplatz kennen lernen sollte.
Um 13:00 Uhr traf ich mich mit Masato, ein Mitarbeiter von Borderlesshouse, an der Bahnstation von Nakano, meinem künftigen Wohnviertel.
Nach ca. zehn Minuten Fußmarsch kamen wir total nassgeschwitzt am Haus an, schließlich hatte ich ja knapp 30kg Gepäck bei mir.
Von außen sah es schon mal gar nicht soo schlimm aus. Nur erstaunlich, dass darin sechzehn Leute wohnen sollen. Aber naja… treten wir erst einmal ein.


Und wie sollte es anders sein: sechzehn Leute machen auch eine Menge Dreck und so war ich vom Inneren erst einmal nicht soo begeistert.
Mein Zimmer war da schon angenehmer. Es sind zwar nur fünf kleine Quadratmeter, aber es hat alles was ich brauche: ein Bett, einen Schreibtisch und Möglichkeiten meine Kleidung und den anderen Krimskrams unter zu bringen… und es ist sauber.

Küche

Wohnzimmer

Dusche

Waschtisch


Mein Zimmer

Mein Zimmer II

Anmerkung: die Detailbilder des Drecks hab ich aus Rücksicht mal wegggelassen
Viel Zeit blieb mir nicht um mich nieder zu lassen. Masato und ich klärten nur noch die Formalitäten und dann musste ich auch schon los zum Büro… Nantsumi, die Assistentin treffen.

Dank Nantsumi`s Beschreibung habe ich die Straße ohne weiteres gefunden, nur mit den Hausbeschriftungen ist das hier etwas schwierig: die gibt es nämlich nicht und woher sollte ich da wissen welches das Sun- Building ist.
Total verzweifelt half mir wie immer ein sehr zuvorkommender Japaner und rief im Büro für mich an. Zwei Minuten später war Nantsumi auch schon da und holte mich ab an dem laden ab an dem ich den netten Japaner traf.

Sun Building

Das Haus ist sehr unscheinbar, wie die ganze Ecke. Und man muss vier, sehr steile Treppen erklimmen… das nenne ich mal ein Training für meine großen, gemütlichen drei Stockwerke in Mainz.
Das Büro an sich ist nicht schlecht. Es ist zwar auch sehr klein, aber gepflegt und man sieht ihm sofort an, dass hier ein Designer arbeitet.
Ich durfte mich auch sofort in meinem Lieblingsstück von Hiromichi Konno niederlassen



und dann ging es auch hier wieder an die Formalitäten und an die Einweisung meines ersten Projektes: ein Stuhl.
Na dann mal los….

Samstag, 4. September 2010

Mein Weg nach Tokyo


Nach dem ich mit der Fähre auf Ko Samui angekommen bin ging es dann per Flugzeug, leider mit einer Stunde Verspätung, nach Bangkok.
Dort musste ich vom 26. August auf den 27. August in einem Hotel übernachten. Leider tat ich kaum ein Auge zu und so beschränkte sich mein Schlaf auf satte zwei bis drei Stunden.
Um 5:00 Uhr morgens ging es dann auch schon wieder zum Flughafen um weiter nach Tokyo zu fliegen.



Erste Eindrücke von japans Landschaft

Wir landeten pünktlich um 15:45 Uhr Ortszeit. Doch das hieß für mich noch lange nicht dass ich jetzt da war. Es sollte alles noch eine ganze Weile dauern, vor allem bis ich endlich wirklich in der Stadt Tokyo war:

Zunächst musste ich mein weiteres Gepäck, welches ich nicht mit nach Thailand genommen hatte, beim Cargocenter abholen und da musste ich ja auch erst einmal hin kommen. Und dann hieß es wieder, dank der Bürokratie, hin und her, von Verwaltungseinheit zu Verwaltungseinheit und wieder zurück.
Hier anmelden, da zahlen, dann wieder ausweisen, zum Zoll, wieder zu Anmeldung, wieder zum Zoll, wieder zurück… und so weiter.
Um 19:40 Uhr hatte ich endlich mein Gepäck und konnte mich mit dem Taxi auf zu meinem Hotel machen.
Nach einer knapp zwei stündigen Fahrt musste ich dann aber leider feststellen, dass ich nicht im Keio Plaza Hotel in Tokyo/ Shinjuku, sondern im Keio Plaza in Tama gelandet bin.

Grün: Shinjuku, Rot: Tama

Nach einer langen Reise, wenig Schlaf und nicht wirklich gescheitem Essen in den letzten Tagen war ich dementsprechend fertig und erst mal mit meinen Kräften am Ende.

Am nächsten Morgen machte ich mich dann gleich daran ein Zimmer in Shinjuku zu bekommen und erhielt schließlich auch eines, so dass ich am Tag drauf (29.08.10) umziehen konnte.
Solange ich nun aber in Tama fest saß versucht ich das beste aus der Zeit zu machen, stärkte mich mit meinem ersten Essen dass ich über die Plastikversion im Schaufenster aussuchte und bei dem ich eigentlich nicht wirklich wusste was ich da vor mir habe (aber es war köstlich) und schaute mir – wie sollte es anders sein – „Hello Kitty- Town“ etwas an.

Die Plastikversion

Die Realversion









Am nächst Tag ging es dann bei 34°C und mit über 30kg Gepäck mit der Bahn nach Shinjuku.

Und auch in der Bahn verfolgt einen Kitty
  
Also war ich nach knapp 4 Tagen endlich an meinem ersten Ziel angekommen.

Shinjuku ein, im Westen gelegener Stadtteil von Tokyo, in welchem sich auch der Verwaltungssitz der Präfektur Tokyo sitzt.
Sein Bahnhof zählt mit über 60 Ausgängen zu denen mit dem größten passagieraufkommen weltweit.
Hier stehen zahlreiche Hochhäuser und man bekommt das Bild geboten, dass man auch übers Fernsehen vermittelt bekommt: groß, laut, alles Blinkt und Unmengen an Menschen.



Nun war ich aber auch lange genug alleine, so dass ich mich gleich für den nächsten Abend (30.08.10) mit Laura, ebenfalls eine deutsche Praktikantin hier in Tokyo, verabredete.
Wir genossen unser erstes Sushi in Japan (muss aber ehrlich sagen, auch nicht besser als in Deutschland), entdeckten den einzigen H&M in Tokyo und genossen den sagenhaften Blick über Tokyo bei Nacht vom Metropolitan Gouvernement Building.







Blick von Metropolitan Gouvernment Building über die Stadt

Am 31. August schaute ich mich dann noch auf eigene Faust ein bisschen in Shinjuku um.

Die gößte Pendeluhr der Welt (29m)



Shinjuku- gyoen- Park
Shinjuku- gyoen- Park
Shinjuko Chuo- Park

Metropolitan Gouvernment Building